Lied, Lyrics und Wein. Silchers Lieder und ihre Dichter

Sonderausstellung im Silcher-Museum Schnait vom September 2016 bis November 2017

Lyrik in Töne zu fassen ist eine der schönsten Aufgaben für einen Musiker – so zumindest hat das Freidrich Silcher empfunden, einer der fleißigsten und erfolgreichsten Liedschöpfer seiner Zeit. Mehrere hundert geistliche und weltliche Werke hat Silcher der Nachwelt hinterlassen. Von rund 150 Silcher-Liedern sind die Dichter namentlich bekannt, darunter bedeutende Lyriker wie Adelbert von Chamisso, Heinrich Heine und Heinrich Hoffmann von Fallersleben. Aber auch die Verse weniger beachteter Poeten und „Gelegeneheitsdichter“ hat der Komponist in Töne gefasst und ihnen dadurch mitunter sogar zu weltweiter Bekanntheit verholfen. Etwa ein Drittel der Autoren stammt aus dem Gebiet des heutigen Baden-Württemberg. Sie werden teils der Schwäbischen Dichterschule zugerechnet, teils sind sie literarische Einzelgänger. Auf diese Lyriker aus dem Südwesten beschränkt sich die Sonderausstellung weitgehend. 

Wandel und Beständigkeit – Die Reformation in Arnstadt und Umgebung

Sonderausstellung im Schlossmuseum Arnstadt – 4. November 2017 bis 8. April 2018

Das Schlossmuseum Arnstadt gehört zu den zahlreichen Thüringer Museen, die sowohl ihren baulichen Bestand als auch den größten Teil ihrer Kunstsammlungen fürstlicher Initiative verdanken. Fürst Günther I. von Schwarzburg-Sondershausen (reg. 1720–1740) ließ von 1729 bis 1734 das Fürstliche Palais in Arnstadt als späteren Witwensitz für seine Gemahlin Elisabeth Albertine, geb. Prinzessin von Anhalt-Bernburg (1693–1774), errichten. Als Doppelpalais in Form einer Dreiflügelanlage diente es den Wohn- und Repräsentationsbedürfnissen des Fürstenpaares bei Aufenthalten in der Nebenresidenz Arnstadt. Hier konnten der Fürst und seine Gemahlin ihre umfangreichen Kunstsammlungen unterbringen und sie standesgemäß präsentieren.

Das heutige Schlossmuseum im Neuen Palais zeigt in den rekonstruierten Barockräumen der südlichen Beletage Möbel und Kunstschätze aus dem ehemals fürstlichen Bestand. Im Erdgeschoss des südlichen Corps de logis kann der Besucher durch die imposante Puppenstadt „Mon plaisir“ mit ihren Häusern und Stuben wandern, im Dachgeschoss finden wechselnde Sonderausstellungen statt.
 
geöffnet Dienstag bis Sonntag 9.30-16.30 Uhr
Eintritt 6,- € / ermäßigt 3,50 €
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Echt oder Fake? – Bei uns ist alles original

Jahresausstellung des Händel-Hauses Halle/Saale ab dem 24. Februar 2017 

Die mit dem Motto der diesjährigen Händel-Festspiele korrespondierende Sonderausstellung geht der Frage nach, was ist echt am Händel-Haus?

Öffnungszeiten: 

April-Oktober       Dienstag bis Sonntag 10 - 18 Uhr

November - März  Dienstag bis Sonntag 10 - 17 Uhr

Blut und Geist – Bach, Mendelssohn und ihre Musik im Dritten Reich

Sonderausstellung im Mendelssohn-Haus Leipzig vom 20. August 2017 bis 8. April 2018

Aufgrund großer Nachfrage wird diese vom Bachhaus Eisenach konzipierte Ausstellung neuerlich im Mendelssohn-Haus gezeigt.

Felix Mendelssohn Bartholdy gilt als Wiederentdecker der Bachschen Musik. Im Jahr 1829 führte er erstmals seit Bachs Tod dessen Matthäuspassion in der Berliner Singakademie wieder auf und rückte damit Bachs bis dahin fast vergessene, nur in Liebhaber-Zirkeln gepflegte Musik in das Zentrum eines neuen, nationalen Musikinteresses. Hundert Jahre später sollte sich das Bild vollständig gewandelt haben. Während Bach nun als der „Deutscheste der Deutschen“ gilt und ihm von Hitler und Goebbels öffentlich gehuldigt wird, erscheint der „Jude“ Mendelssohn als gefährlicher „Zwischenfall“ der Musikgeschichte, der zur „Verweichlichung“ der deutschen Musik im 19. Jahrhundert entscheidend beigetragen habe.

Die Verstrickung der Musikwissenschaft, der Bachforschung und Bachpflege in die Verbreitung der Rassenideologie des Dritten Reichs zu erzählen und unter Darstellung der Folgen aufzuarbeiten, ist ein Anliegen dieser Ausstellung, die das Bachhaus Eisenach erstmals zum 200. Geburtstag Mendelssohns 2009 zeigte.

Gartenhaus des Mendelssohn-Hauses Leipzig

täglich geöffnet von 10-18 Uhr, Eintritt frei

Bach und Luther

Sonderausstellung vom 8. September 2017 bis 28. Januar 2018 im Bach-Museum Leipzig

Musik war für Martin Luther eine „herrliche Gabe Gottes“, die gleich nach der Theologie rangierte und gleichermaßen dazu geeignet war, Gott zu loben, sein Wort zu verkünden, den Menschen Trost zu spenden und zu ihrer Charakterbildung beizutragen. Zusammen mit Luthers wortmächtiger Bibelübersetzung gehört das muttersprachliche Kirchenlied zu den einflussreichsten Botschaften der Reformation. Luthers Kirchenlieddichtungen wurden zum prägenden Bestandteil protestantischer Kirchenmusik.
Kaum ein Komponist steht so für lutherische Kirchenmusik wie Johann Sebastian Bach. Seine von Bibel und Gesangbuch inspirierten Kompositionen gelten heutigen Hörern weltweit als deren Inbegriff. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht Bachs Leipziger Choralkantaten-Jahrgang einer seiner wichtigsten Beiträge zur Vokalmusik. Zu den kostbarsten Exponaten gehören die autographe Partitur der Kantate „O Ewigkeit, du Donnerwort“ BWV 20 sowie zahlreich originale Aufführungsstimmen, darunter „Christ lag in Todesbanden“ BWV 4, „Nun kommt der Heiden Heiland“ BWV 62 und „Aus tiefer Not“ BWV 38. Bachs eindrucksvolle Choralbearbeitungen für Orgel sind mit seltenen Erstdrucken vertreten. Zahlreiche Hörstationen verwandeln den Ausstellungsraum in ein Hörkabinett. Eine prachtvolle Luther-Bibel, in die Bach seinen Namen eingetragen hat, gibt neben anderen imposanten theologischen Büchern Einblick in seine Bibliothek. Weitere Exponate beleuchten biografische Parallelen zwischen Bach und Luther oder berichten von Reformationsfeiern zu Bachs Zeit.

Öffnungszeiten: Di - So 10 - 18 Uhr

 

Deutschland verfügt über musikalische Traditionen und Nachlässe von außerordentlichem Wert: Händel, Schütz und Bach, Beethoven, Mendelssohn, Schumann, Brahms und Wagner sind - um nur einige Namen zu nennen - weltweit bekannte und geschätzte Komponisten. Ihr Wirken hat eine einzigartige Musiklandschaft wesentlich mitgeformt.

Zahlreiche Orchester, Chöre und Ensembles, renommierte Musikfestivals und -reihen, Musikerhäuser mit Museen, öffentliche Archive und Bibliotheken, aber auch private Sammlungen bewahren ihr musikalisches Erbe.

Diesen unschätzbaren Fundus gilt es immer wieder neu zu beleben und für die Gegenwart zu erschließen. Den in der Arbeitsgemeinschaft Musikermuseen Deutschlands zuusammengeschlossenen Häusern kommt dabei eine wichtige Rolle zu. In ihnen begegnen wir dem Werk von Musikern und Komponisten, die die Kulturnation Deutschland außerordentlich bereichert haben. Über das individuelle Portrait, über die Vermittlung des einzelnen Œuvres hinaus tragen die Musikermuseen aber auch zur Pflege musikalischer Tradition insgesamt bei. Die vorliegende Broschüre unterstreicht diesen Aspekt der Zusammenschau, und sie lädt zu einer Reise in die Musikgeschichte Deutschlands ein. Ich wünsche diesem Reiseführer regen Gebrauch und eine große Resonanz.

Bernd Neumann, MdB
Staatsminister bei der Bundeskanzlerin
Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

Zitat: Vorwort zur Broschüre der Arbeitsgemeinschaft "Musikermuseen in Deutschland", 2007.