Lied, Lyrics und Wein. Silchers Lieder und ihre Dichter

Sonderausstellung im Silcher-Museum Schnait vom September 2016 bis November 2017

Lyrik in Töne zu fassen ist eine der schönsten Aufgaben für einen Musiker – so zumindest hat das Freidrich Silcher empfunden, einer der fleißigsten und erfolgreichsten Liedschöpfer seiner Zeit. Mehrere hundert geistliche und weltliche Werke hat Silcher der Nachwelt hinterlassen. Von rund 150 Silcher-Liedern sind die Dichter namentlich bekannt, darunter bedeutende Lyriker wie Adelbert von Chamisso, Heinrich Heine und Heinrich Hoffmann von Fallersleben. Aber auch die Verse weniger beachteter Poeten und „Gelegeneheitsdichter“ hat der Komponist in Töne gefasst und ihnen dadurch mitunter sogar zu weltweiter Bekanntheit verholfen. Etwa ein Drittel der Autoren stammt aus dem Gebiet des heutigen Baden-Württemberg. Sie werden teils der Schwäbischen Dichterschule zugerechnet, teils sind sie literarische Einzelgänger. Auf diese Lyriker aus dem Südwesten beschränkt sich die Sonderausstellung weitgehend. 

Musik und Mythos

Aktuelle Wechselausstellung des Mendelssohn-Hauses Leipzig – 20. Mai bis 31. August 2017

Musik in der bildenden Kunst – sowohl ein beliebtes als auch schwieriges Thema, da es in dem Versuch mündet, die in ihrem Wesen so flüchtige Musik auf der Leinwand festzuhalten. Mit der Ausstellung „Musik und Mythos“ wird vom 20. Mai bis zum 31. August 2017 im Mendelssohn-Haus das inspirierende und facettenreiche Zusammenspiel von Malerei und Musik in den Werken des Berliner Malers Manfred Pietsch (1936 - 2015) gezeigt. 

Musik ist ein eher flüchtiges Medium und schnell im Verklingen. Manfred Pietsch war es stets wichtig, diese Augenblicke im Bild einzufangen und in die Malerei zu retten. Deshalb entstanden neben Künstlerporträts auch zahlreiche Skizzen während Orchesterproben oder bei Ballett- und Opernaufführungen. Dem Maler ging es dabei nie ums Dokumentarische. Vielmehr stand das Anliegen einer eigenständischen künstlerischen Form im Vordergrund. Die ist immer auch ein Stück Zeitgeschichte. Seine Bilder zeigen zum Beispiel den Choreographen Tom Schilling bei den Proben zum „Sommernachtstraum“, den Pianisten Jewgeni Kissin, die Sängerin Lucia Aliberti oder auch die Staatskapelle Berlin bei legendären Auftritten. Ehrfurcht und liebenswerte Aufmerksamkeit schenkte der Maler Manfred Pietsch den musisch Schaffenden. Der Musiker als Solist, oder auch eingebettet im Orchester, war für den Maler immer ein inspirierendes Sujet. 

Gleichfalls widmete sich der Maler dem Mythos „Maske“ als Symbol und auch als Allegorie. Die Maskenbilder sind von feinfühliger Farbigkeit. Als Mittel der Verfremdung finden wir Maskenhaftes auch in Arbeiten zur „Callas“, „Salome“ und „Elektra“. Ganz anders offenbart sich der Künstler in seinen Stillleben; sie sind Momente der Ruhe.

Die repräsentative Bildauswahl für die Ausstellung im Mendelssohn-Haus beschränkt sich auf Arbeiten auf Papier, vorwiegend Aquarellmalerei. In mehr als 100 Personalausstellungen wurden bereits andere Werkgruppen des Künstlers in zahlreichen deutschen und europäischen Museen und Galerien vorgestellt.

 
Gartenhaus am Mendelssohn-Haus
täglich geöffnet 10-18 Uhr
Eintritt frei
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„Herrlich liederlich“ 

Schumann-Festwoche vom 9. bis 17. September 2017

Das „Lied“ in seiner ganzen Herrlichkeit ist Mittelpunkt der diesjährigen Schumann-Festwoche. Im Leipziger Schumann-Haus komponierte Robert Schumann einige seiner bedeutenden Gesangswerke, wie die Kerner-Lieder op. 35 oder der Liebesfrühlimg op. 37.

Auch in der 16. Festwoche steht Schumann Pate, ohne freilich den Blick auf andere Liedkomponisten und Entwicklungen zu versperren. Und so beleuchten wir in diesen neun Tagen (Lied-)Kompositionen seiner Zeit, bringen selten zu hörende Werke wie „Rose Pilgerfahrt“ zu Gehör und zeigen die Einflüsse auf andere Mediengattungen auf. Mit aufgeräumtem Verstand und spitzer Zunge wird Sebastian Krämer ein „liederliches“ Feuerwerk zünden. Er sowie Kitty Hoff zeigen in ihren Konzerten mit größtem musikalischen Vergnügen, wie sich der Chanson als Kunstlied des 21. Jahrhunderts entwickelt hat.

Apropos Künstler: Wir freuen uns sehr, dass wieder international renommierte Interpreten wie der Cellist Peter Bruns, der Pianist Cedric Pescia, der Tenor Marcus Ullmann oder das Signum Quartett für das kammermusikalische Highlight Leipzigs zugesagt haben.

Details unter: www.schumann-verein.de

Echt oder Fake? – Bei uns ist alles original

Jahresausstellung des Händel-Hauses Halle/Saale ab dem 24. Februar 2017 

Die mit dem Motto der diesjährigen Händel-Festspiele korrespondierende Sonderausstellung geht der Frage nach, was ist echt am Händel-Haus?

Öffnungszeiten: 

April-Oktober       Dienstag bis Sonntag 10 - 18 Uhr

November - März  Dienstag bis Sonntag 10 - 17 Uhr

Deutschland verfügt über musikalische Traditionen und Nachlässe von außerordentlichem Wert: Händel, Schütz und Bach, Beethoven, Mendelssohn, Schumann, Brahms und Wagner sind - um nur einige Namen zu nennen - weltweit bekannte und geschätzte Komponisten. Ihr Wirken hat eine einzigartige Musiklandschaft wesentlich mitgeformt.

Zahlreiche Orchester, Chöre und Ensembles, renommierte Musikfestivals und -reihen, Musikerhäuser mit Museen, öffentliche Archive und Bibliotheken, aber auch private Sammlungen bewahren ihr musikalisches Erbe.

Diesen unschätzbaren Fundus gilt es immer wieder neu zu beleben und für die Gegenwart zu erschließen. Den in der Arbeitsgemeinschaft Musikermuseen Deutschlands zuusammengeschlossenen Häusern kommt dabei eine wichtige Rolle zu. In ihnen begegnen wir dem Werk von Musikern und Komponisten, die die Kulturnation Deutschland außerordentlich bereichert haben. Über das individuelle Portrait, über die Vermittlung des einzelnen Œuvres hinaus tragen die Musikermuseen aber auch zur Pflege musikalischer Tradition insgesamt bei. Die vorliegende Broschüre unterstreicht diesen Aspekt der Zusammenschau, und sie lädt zu einer Reise in die Musikgeschichte Deutschlands ein. Ich wünsche diesem Reiseführer regen Gebrauch und eine große Resonanz.

Bernd Neumann, MdB
Staatsminister bei der Bundeskanzlerin
Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

Zitat: Vorwort zur Broschüre der Arbeitsgemeinschaft "Musikermuseen in Deutschland", 2007.