Mozartfest Augsburg

Jubiläumsausgabe vom 5. bis 21. Mai 2026

Das Mozartfest Augsburg feiert im Jahr 2026 das zehnte Festival unter neuer künstlerischer Ausrichtung. Zu diesem Jubiläum kommen unter dem Motto "Herzenssache" Highlights der letzten Jahre zurück an verschiedene Orte in Augsburg. Zusätzlich erfüllt sich das Mozartfest ganz besondere musikalische Herzenswünsche. Zu den Gästen gehören Chilly Gonzales, Jess Gillam, Danish String Quartet, RIAS Kammerchor Berlin, Isabelle Faust, Lucas und Arthur Jussen, Avi Avatal und Sir John Eliot Gardiner & The Constellation Orchestra. Das komplette Programm ist auf mozartstadt.de/ einsehbar.

Die weite dramaturgische Perspektive – angeregt durch die Aufgeschlossenheit des Augsburgers Leopold Mozart – ermöglicht musikalische Dialoge über enge zeitliche oder stilistische Grenzen hinweg. Es gelten keine Epochen- oder Genregrenzen: Das Programm erstreckt sich deutlich über die Musik Mozarts bzw. der sogenannten Klassik hinaus und kombiniert verschiedenste musikalische Einflüsse und Konzertformen. Das Mozartfest reflektiert damit die kulturelle Identität Augsburgs als Deutsche Mozartstadt: traditionsbewusst, neugierig und weltoffen. Das Programm 2026 zeigt die Lebendigkeit und Zukunfstorientierung dieses musikalischen Erbes.

Ticketpreise: zwischen 10 € (U28-Tickets) und 59 €

Vorverkauf: unter mozartstadt.de/ und der Bürgerinfo am Rathausplatz Augsburg sowie an alen Reservix-Vorverkaufsstellen. Auch bei ausverkauften Konzerten können kurzfristig Restkarten frei werden.

 

Madame Butterfly in Walhall. "Fest-Spiele" 1945-1950

Sonderausstellung im Richard Wagner Museum Bayreuth, 9. Dezember 2025 - 31. Mai 2026

An Richard Wagners 136. Geburtstag, dem 22. Mai 1949, dirigierte Hans Knappertsbusch im Festspielhaus ein Konzert der Münchner Philharmoniker. Symbolträchtig wurde es mit Beethovens „Weihe des Hauses“ eröffnet und damit ein Schlussstrich gezogen unter dessen eher profane Nutzung seit Kriegsende 1945, die von vielen als Sakrileg empfunden wurde.
 
Nach der Besetzung der Stadt Bayreuth am 14. April 1945 beschlagnahmte die amerikanische Militärregierung den Besitz von prominenten Nationalsozialisten und Unterstützern des Regimes, so auch den von Winifred Wagner. Das unversehrte Festspielhaus wurde fortan zur Betreuung der amerikanischen Truppen genutzt. Neben Gottesdiensten wurde die Bühne vor allem für Unterhaltungsprogramme im Rahmen der sogenannten „USO-Camp-Shows“ genutzt. Ingrid Bergman und Jack Benny traten mit einer Show auf, die Revuegirls aus „Billy Rose’s Diamond Horseshoe Nightclub“ und „The Rockettes“ schwangen die Beine.
 
Erich Bohner, ein ehemaliger Mitarbeiter der Bayreuther Festspiele, gründete das Bayreuther Symphonieorchester, das fast 14-tägig Konzert- oder Operettenabende veranstaltete und zu Opernaufführungen wie „Fidelio“, „Tiefland“ oder „Madame Butterfly“ spielte.

Eine Kabinettausstellung im Richard Wagner Museum beleuchtet ab 9. Dezember 2025 diese kurze Zeitspanne, in der im Festspielhaus ganz andere „Fest-Spiele“ gegeben wurden, während im Hintergrund auf den Trümmern des Dritten Reichs um Gestalt und Leitung künftiger Richard Wagner Festspiele gerungen wurde.

Für die Überlassung von Leihgaben und Abbildungsvorlagen dankt das Richard Wagner Museum dem Stadtarchiv und dem Historischen Museum Bayreuth.

 
Sonderausstellung im Haus Wahnfried, Grafik-Kabinett
Dienstag bis Sonntag 10-17 Uhr
 

Tabu Wagner? Jüdische Perspektiven

Sonderausstellung vom 6. März 2026 bis 17. Januar 2027, Wagner-Stätten Graupa

Von konsequenter Ablehenung bis hin zu hingebungsvoller Verehrung: Rihard Wagner ist der wohl umstrittenste Komponist des 19. Jahrhunderts. Ein wichtiger Grund dafür ist sein Antisemitismus.

Kaum ein Thema ist so gut erforscht, wie sein Verhältnis zum Judentum. In der derzeitigen Sonderausstellung wird sein Antisemitismus aus einem neuen Blickwinkel betrachtet: Wie wirkte und wirkt Wagner auf Jüdinnen und Juden? Wie gingen und gehen diese mit seiner Judenfeindlichkeit um? Ist sein Werk deshalb ein Tabu?

Diesen Fragen widmen sich die Richard-Wagner-Stätten Graupa und das Richard Wagner Museum Luzern. Ziel der Ausstellung ist es, jüdische Positionen aus fast 200 Jahren sichtbar zu machen - und dabei die Vielschichtigkeit des ambivalenten Themas aufzuzeigen.

Die Ausstellungstexte sowie der Katalog sind auf Deutsch und Englisch.

Öffnungszeiten:

Montag, und Mittwoch bis Freitag 11 - 17 Uhr

Samstag / Sonntag: 10 - 17 Uhr

 

Die unbekannte Schöne

Kabinettausstellung im Mendelssohn-Haus Leipzig

Wer war die Frau an der Seite von Felix Mendelssohn Bartholdy?

Lange hat sich der Komponist mit der Wahl einer Partnerin Zeit gelassen. Als er im Jahr 1835 die Stelle des Gewandhauskapellmeisters in Leipzig antrat, gehörte Mendelssohn noch zu den Junggesellen. Seine Geschwister waren bereits alle verheiratet. Seine Mutter sorgte sich, dass aus ihrem Sohn ein Hagestolz werden könnte. „Ich fürchte, Felix wird bei seiner Mäkelei ebenso wenig einen Operntext als eine Frau bekommen“, resümierte ein enger Freund. Während des Sommers 1836 aber lernte Mendelssohn in Frankfurt am Main mit Cécile Jeanrenaud eine junge Frau kennen, die ihn in ihren Bann schlug. „Ich bin so entsetzlich verliebt, wie noch niemals in meinem Leben“, gestand er seiner Schwester Rebecka. Im September 1836 machte er den Heiratsantrag und im März 1837 fand die Hochzeit statt.

Über die Frau, die den Lebensweg Felix Mendelssohn Bartholdys zehn Jahre begleitete, ihn unterstützte, die fünf Kinder gebar und offenbar das perfekte familiäre und gesellschaftliche Umfeld für den Komponisten, Stardirigenten und Klaviervirtuosen schuf, finden sich in der Literatur nur wenige Informationen. Die einschlägigen Mendelssohn-Biografien vermitteln das Bild von einer durchschnittlich musikalischen, durchschnittlich intelligenten Frau, die sich vor allem durch ihr sanftes Gemüt und ihre außergewöhnliche Schönheit ausgezeichnet hat. Grund genug, all dies zu hinterfragen und herauszufinden, wer diese Frau wirklich war.

Gefördert durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkasse Leipzig

Gartenhaus des Mendelssohn-Hauses Leipzig

täglich geöffnet von 10-18 Uhr, Eintritt frei

Deutschland verfügt über musikalische Traditionen und Nachlässe von außerordentlichem Wert: Händel, Schütz und Bach, Beethoven, Mendelssohn, Schumann, Brahms und Wagner sind - um nur einige Namen zu nennen - weltweit bekannte und geschätzte Komponisten. Ihr Wirken hat eine einzigartige Musiklandschaft wesentlich mitgeformt.

Zahlreiche Orchester, Chöre und Ensembles, renommierte Musikfestivals und -reihen, Musikerhäuser mit Museen, öffentliche Archive und Bibliotheken, aber auch private Sammlungen bewahren ihr musikalisches Erbe.

Diesen unschätzbaren Fundus gilt es immer wieder neu zu beleben und für die Gegenwart zu erschließen. Den in der Arbeitsgemeinschaft Musikermuseen Deutschlands zuusammengeschlossenen Häusern kommt dabei eine wichtige Rolle zu. In ihnen begegnen wir dem Werk von Musikern und Komponisten, die die Kulturnation Deutschland außerordentlich bereichert haben. Über das individuelle Portrait, über die Vermittlung des einzelnen Œuvres hinaus tragen die Musikermuseen aber auch zur Pflege musikalischer Tradition insgesamt bei. Die vorliegende Broschüre unterstreicht diesen Aspekt der Zusammenschau, und sie lädt zu einer Reise in die Musikgeschichte Deutschlands ein. Ich wünsche diesem Reiseführer regen Gebrauch und eine große Resonanz.

Bernd Neumann, MdB
Staatsminister bei der Bundeskanzlerin
Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

Zitat: Vorwort zur Broschüre der Arbeitsgemeinschaft "Musikermuseen in Deutschland", 2007.