Beethovens Geburtshaus in neuem Glanz

Am 16. Dezember wurde das erweiterte und neu gestaltete Beethoven-Haus Bonn wieder eröffnet.

Zum Auftakt des Beethoven Jubiläumsjahres BTHVN2020 erstrahlt das Bonner Geburtshaus des Komponisten in neuem Glanz. Im Rahmen einer Feierstunde wurde am 16. Dezember das komplett neu gestaltete und erweiterte Museum eröffnet. Das „Neue Beethoven-Haus“ zählt zu den herausragenden Projekten des Jubiläumsjahres.

Die neue Präsentation soll den Besuchern eine zeitgemäße, erlebnisorientierte und emotionale Begegnung mit Beethoven in seinem Geburtshaus ermöglichen. Das Konzept für die neue Dauerausstellung wurde in einem Team um Museumsleiterin Nicole Kämpken entwickelt. Ausgangspunkt waren herausragende Stücke der weltweit bedeutenden Beethoven-Sammlung, darunter originale Instrumente, authentische Porträts, Musikhandschriften, Briefe und Alltagsgegenstände aus Beethovens Besitz.

Die Ausstellungsobjekte wurden zu verschiedenen Themenkreisen – wie etwa Neue Maßstäbe in der Musik, Netzwerke oder Arbeit und Alltägliches – gruppiert. Die Gestaltung wurde durch das Schweizer Büro Holzer Kobler Architekturen in Zusammenarbeit mit 2xGoldstein, Studio TheGreenEyl und Lichtvision Design konzipiert und realisiert. Eine Herausforderung bestand darin, das Geburtshaus als zentrales Exponat in besonderer Weise zur Geltung kommen zu lassen. Angestrebt wurde ein harmonisches Zusammenspiel zwischen der historischen Architektur und einem aktuellen Blick auf Beethoven und seine Zeit.

Unkonventionell gestaltet sind drei Sonderräume im Hinterhaus: Ein Diorama im Erdgeschoss lässt Beethovens Bonn lebendig werden, im Klangzimmer darüber vermitteln fünf bedeutende Frühwerke die musikalische Einzigartigkeit des Komponisten, und im Dachgeschoss wird das bisher als Geburtszimmer bezeichnete Elternschlafzimmer in besonderer Weise inszeniert. Der Raum kann nun von den Besuchern betreten werden, was bisher nicht möglich war. Durch eine Spiegelfläche mit medialen Einblendungen soll ein traumartiger Zustand, ein Gefühl des Schwebens erzeugt werden und ein poetischer Ort der sinnlichen Annäherung an das Phänomen Beethoven entstehen.

Die Dauerausstellung wurde um neue Ausstellungsräume erweitert: Im historischen Kellergewölbe des Nachbarhauses gibt es eine Schatzkammer mit wertvollen Originalmanuskripten Beethovens. Darüber befindet sich ein Musikzimmer für regelmäßige Konzerte auf historischen Tasteninstrumenten. Im neuen Bereich für wechselnde Themenausstellungen wird ab dem 17. Dezember eine Sonderausstellung über das wohl berühmteste Beethoven-Porträt von Joseph Stieler und seine Geschichte gezeigt. Im gegenüberliegenden Gebäude, Bonngasse 21, befindet sich der neue Shop mit Kassenbereich und Café. Für die Vermittlungsangebote des Beethoven-Hauses wurde im Obergeschoss ein Seminarraum eingerichtet. Hier gibt es per Tablets auch Zugang zum Digitalen Archiv des Beethoven-Hauses.

 

Öffnungszeiten: täglich 10-18 Uhr

BTHVN WOCHE: Beethoven pur

Kammermusikfestival am Beethoven-Haus Bonn, 17. Januar - 9. Februar 2020

"Die Kunst will von uns, dass wir nicht stehen bleiben", so schrieb Beethoven an seinen Freund Karl Holz in einem Konversationsheft, als er das Streichquartett op. 131 komponierte. Dieses Konzept von Fortschritt und Weiterentwicklung ist grundlegend für das Verständnis von seiner Musik. 

In den 16 Konzerten der BTHVN WOCHE 2020, die auf vier Blöcke verteilt sind, soll dieser Leitgedanke erkennbar und spürbar sein – in jedem Block und in nahezu jedem einzelnen Konzert.

Beethovens gesamte Kammermusik wird in der Jubiläumsausgabe des Kammermusikfests nicht auf traditionelle Weise geordnet nach Gattungen und Genres wiedergegeben, sondern die verschiedenen Gattungen, Stilarten und Künstler werden miteinander gemischt. So ergeben sich neue Querbezüge, Verknüpfungen und Erkenntnisse innerhalb des kammermusikalischen Werkkomplexes. Beethovens Vorgehensweise und seine permanenten Bemühungen, neue Felder zu erschließen, soll auf diese Weise nachvollziehbar werden.

Im Rahmen der Jubiläumsausgabe des Festivals zum 250. Geburtstag Beethovens treten sowohl Musiker und Ensembles auf, die bereits in den Jahren zuvor in der BTHVN WOCHE mitgewirkt haben, als auch "neue" Künstler, die sich nachweislich intensiv mit der Musik Beethovens beschäftigen.

Programmübersicht für das Festival: http://www.beethoven.de/de/konzerte#beethoven-woche

Schumann und Beethoven

Sonderausstellung vom 12. Januar bis 19. April 2020, Robert-Schumann-Haus Zwickau

Für Robert Schumann war die Auseinandersetzung mit Ludwig van Beethoven von wesentlicher Bedeutung. An dessen Sinfonien übte er sich im Orchestrieren, wovon ein erst seit Kurzem im Robert-Schumann-Haus befindliches Studienautograph zeugt. Für die Pianistin Clara Schumann war Beethoven stets einer ihrer Repertoireschwerpunkte. Sie war die erste Pianistin, die in Wien öffentlich eine komplette Beethoven-Sonate zum Vortrag brachte. Auch Robert Schumann setzte sich als Dirigent mit Beethovens Sinfonien auseinander und haderte mit dessen berüchtigten metronomischen Tempoangaben. Für ein geplantes Bonner Beethoven-Denkmal komponierte Schumann seine Fantasie op. 17 und schrieb Variationen über ein Beethovensches Thema.
 
Die Ausstellung zeigt Notenautographe und -erstdrucke, Originalbriefe, Programmzettel, Porträts und Besitzstücke. Der Eintritt zur Ausstellungseröffnung ist frei. Die Ausstellung ist bis 19. April im Foyer des Robert-Schumann-Hauses am Hauptmarkt 5 zu sehen.

 

 

Germany possesses musical traditions and legacies of extraordinary value: Handel, Schuetz and Bach, Beethoven, Mendelssohn, Schumann, Brahms, and Wagner - to mention only a few names - are composers who are known and treasured throughout the world. Their work has played a significant role in shaping a unique musical landscape.

Numerous orchestras, choruses, ensembles, renowned music festivals and series, music houses with museums, public archives and libraries, but also private collections preserve their musical heritage.

It is necessary to revitalize this inestimable fund again and again and to develop it for the present. At the same time, an important role befits the houses combined in the consortium of music museums of Germany. In them we encounter the work of the musicians and composers who have extraordinarily enriched the cultural nation of Germany. However, beyond the individual portrait, beyond the procurement of individual oeuvres, the music museums also contribute overall to the maintenance of musical tradition. The present brochure underscores this aspect of the synoptic presentation and invites the reader on a journey into the musical history of Germany. I hope this tour guide will be actively used and receive a large response.

Bernd Neumann, Member of the Lower House of the German Parliament
Minister of State with the Federal Chancellor
Commissioner of the Federal Government for Culture and Media

Quoted from: Foreword to the brochure "Music Museums in Germany", 2007.