Musentempel - Mietshaus - Museum

Eine Kabinettausstellung zur Geschichte des Mendelssohn-Hauses Leipzig anlässlich des Jubiläumsjahres 2022

In diesem Jahr feiert das Museum im Mendelssohn-Haus Leipzig sein 25-jähriges Bestehen – ein willkommener Anlass, um die wechselvolle Historie des Hauses seit seiner Erbauung 1844/45 in Worten und Bildern aufzuzeigen.

Die Geschichte wurde natürlich geprägt von seinen Bewohnern und spiegelt im Kleinen die Geschichte Leipzigs. Das Haus steht exemplarisch sowohl für die Musikstadt als auch für die Buch- bzw. Verlagsstadt, selbst das politische Herz pulsierte hier zeitweilig.

Der Einzug Felix Mendelssohn Bartholdys als Erstmieter der Béletage machte das Haus zu einem Treffpunkt für Musikbegeisterte und Intellektuelle von nah und fern. Zwanzig Jahre später mietete der C. F. Peters Verlag eben jene Etage für sein prosperierendes Unternehmen und hob hier die „Edition Peters“ aus der Taufe. Ende des 19. Jahrhunderts ließ sich Richard Lipinski mit seiner Familie in der Goldschmidtstraße 12 nieder. Er war langjähriger Vorsitzender der SPD und der erste demokratische Ministerpräsident Sachsens. Ein Stolperstein im Bürgersteig vor dem heutigen Mendelssohn-Haus erinnert daran, dass er auch zu Zeiten des Nationalsozialismus an seinen Überzeugungen festhielt. Das Haus überstand den 2. Weltkrieg, fand jahrzehntelang wenig Beachtung, um Ende der 1970er Jahre von Kurt Masur „wiederentdeckt“ und in einem langen Prozess zum Museum umgestaltet zu werden.

Die Ausstellung kann täglich zwischen 10 und 18 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

 
Wir danken der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Leipzig für ihre großzügige Unterstützung.
 

Beethoven und die Kunst der Fuge

Sonderausstellung vom 20. Oktober 2022 bis 29. Januar 2023, Beethoven-Haus Bonn

In diesem Jahr feiert die Musikwelt ein besonderes Jubiläum: Vor 300 Jahren stellte Johann Sebastian Bach den ersten Teil seines Klavierzyklus „Das Wohltemperierte Klavier“ fertig, der zweite Teil folgte 1740/42. Bach schuf damit ein epochales Werk, das bis heute Interpreten und Komponisten fasziniert und inspiriert. Aus Anlass des Jubiläums zieht sich das „Wohltemperierte Klavier“ durch das Konzertprogramm des Beethoven-Hauses. Die neue Sonderausstellung, die ab dem 20. Oktober und bis zum 29. Januar 2023 zu sehen ist, befasst sich in diesem Zusammenhang mit der Frage, welchen Einfluss Bachs Vorbild auf Beethoven hatte und spürt Beethovens Beschäftigung mit dem komplexen Thema Fuge nach. Neben historischen Publikationen zur Fugenlehre werden Beethoven-Skizzen und eigenhändige Abschriften sowie seine Werkniederschriften der Prometheus-Variationen op. 35, des Rasumowsky-Quartetts op. 53 Nr. 3, der Klaviersonate op. 110 und der Diabelli-Variationen op. 120 gezeigt. „Nur sehr selten sind so viele Beethoven-Manuskripte an einem Ort zu sehen“, so Julia Ronge, Kustodin des Beethoven-Hauses.

Schon in seiner Bonner Zeit wurde der junge Beethoven an die Kompositionstechnik der Fuge herangeführt. Er lernte mit dem Wohltemperierten Klavier von J. S. Bach modellhaftes Repertoire kennen, versuchte sich aber auch, wie frühe Skizzen zeigen, schon bald an eigenen Fugen. „Wenn wir Fuge hören, denken wir zu allererst an Johann Sebastian Bach und vielleicht auch an einige andere große Komponisten, aber normalerweise haben wir nicht automatisch Ludwig van Beethoven als Assoziation“, erläutert Julia Ronge, die gemeinsam mit Museumsleiterin Nicole Kämpken die Ausstellung kuratiert hat. „Dabei war Beethoven ein großartiger Fugenkomponist und hat sich sein Leben lang, von Kindesbeinen bis zu seinem Tod, mit Fugenlehre und Fugenkomposition beschäftigt. Beethoven hat viele verschiedene Fugentypen komponiert und in seine Meisterwerke eingebaut. Fuge war für Beethoven nicht nur ein strenges Regelwerk, sie war auch sein intellektuelles Hobby, und er hatte durchaus den Ehrgeiz, Bach dabei auf Augenhöhe zu begegnen und vielleicht sogar zu übertreffen.“

Beethoven studierte nicht nur das musiktheoretische Hauptwerk „Abhandlung von der Fuge“ (1753) von Friedrich Wilhelm Marpurg, sondern auch andere zentrale Traktate wie Johann Philipp Kirnbergers „Kunst des reinen Satzes in der Musik“ (1771–1779) und andere Theoretiker. Seine Faszination für diese komplexe Form schlug sich auch im eigenen Werk nieder, in dem er kontinuierlich immer wieder zahlreiche Fugentypen umsetzte und so eine Art eigenes Fugenkompendium in der Nachfolge Bachs schuf.

Öffnungszeiten des Museums
Mittwoch bis Montag: 10-18 Uhr

Kuratorenführung durch die Sonderausstellung
mit Dr. Nicole Kämpken

Sonntag, 30. Oktober, 18.30 Uhr
Dienstag, 15. November, 15 Uhr

Die Führungen sind kostenlos. Eine Voranmeldung ist bis zum 20.10. bzw. 11.11. erforderlich an museum@beethoven.de; Tel. 0228 98175-25.

VolksWagner. Popularisierung - Aneignung - Kitsch

Sonderausstellung verlängert bis zum 8. Januar 2023, Richard Wagner Museum Bayreuth

Was haben der Film "Django Unchained", Heavy-Metal-Musik und französischer Schmelzkäse mit Richard Wagner gemeinsam? Dieser Frage geht das Richard Wagner Museum in der Sonderausstellung "VolksWagner. Popularisierung - Aneignung - Kitsch" nach und zeigt das ambivalente Spannungsfeld, in dem Richard Wagner und sein Vermächtnis sich zwischen  Hoch- und Populärkultur in Geschichte und Gegenwart bewegen.

Öffnungszeiten Richard Wagner Museum Bayreuth:

Di-So, 10 - 17 Uhr
Juli und August, Mo-So, 10 - 18 Uhr

Germany possesses musical traditions and legacies of extraordinary value: Handel, Schuetz and Bach, Beethoven, Mendelssohn, Schumann, Brahms, and Wagner - to mention only a few names - are composers who are known and treasured throughout the world. Their work has played a significant role in shaping a unique musical landscape.

Numerous orchestras, choruses, ensembles, renowned music festivals and series, music houses with museums, public archives and libraries, but also private collections preserve their musical heritage.

It is necessary to revitalize this inestimable fund again and again and to develop it for the present. At the same time, an important role befits the houses combined in the consortium of music museums of Germany. In them we encounter the work of the musicians and composers who have extraordinarily enriched the cultural nation of Germany. However, beyond the individual portrait, beyond the procurement of individual oeuvres, the music museums also contribute overall to the maintenance of musical tradition. The present brochure underscores this aspect of the synoptic presentation and invites the reader on a journey into the musical history of Germany. I hope this tour guide will be actively used and receive a large response.

Bernd Neumann, Member of the Lower House of the German Parliament
Minister of State with the Federal Chancellor
Commissioner of the Federal Government for Culture and Media

Quoted from: Foreword to the brochure "Music Museums in Germany", 2007.