Mannsbilder: Helden, Herrscher, Herzensbrecher

Händel-Festspiele Halle vom 5. bis 14. Juni 2026

Mit mehr als 80 Veranstaltungen an 27 Spielorten richten die Festspiele unter dem Motto Mannsbilder: Helden, Herrscher, Herzensbrecher den Blick auf historische und gegenwärtige Männlichkeitsbilder. Händels liebende, zweifelnde und sich wandelnde Opern-Figuren berühren bis heute. Was verraten sie uns über historische Vorstellungen von Männlichkeit – und unsere eigenen?

Im Zentrum des Opernprogramms steht die Neuproduktion von Händels Rinaldo an der Oper Halle in der Inszenierung von Walter Sutcliffe. Neben der Wiederaufnahme von Agrippina an der Oper Halle werden u. a. selten zu hörende Händel-Werke wie Radamisto oder Raritäten wie Talestri, regina delle Amazzoni von Maria Antonia Walpurgis von Bayern aufgeführt. Im Goethe-Theater Bad Lauchstädt zeigt die lautten compagney BERLIN gemeinsam mit der Compagnia Marionettistica Carlo Colla & Figli gleich drei Händel-Opern in Inszenierungen mit Marionetten.

Zu den Händel-Festspielen 2026 werden zahlreiche international renommierte Künstlerinnen und Künstler erwartet, darunter Max Emanuel Cenčić, Bruno de Sá, Valer Sabadus, Magdalena Kožená, Dennis Orellana, Reginald Mobley und Kateryna Kasper. Am Dirigierpult stehen unter anderem René Jacobs, Wolfgang Katschner, Andrea Marcon, Attilio Cremonesi, Michael Hofstetter, Laurence Cummings, Benjamin Bayl, und Michael Schneider. Neben dem Händelfestspielorchester und der Staatskapelle Halle gastieren Ensembles aus ganz Europa in der Stadt, darunter das Kammerorchester Basel, Divino Sospiro, Musica Sequenza Berlin und Balthasar NOVA.

Begleitend zum Festival stellt das Händel-Haus ab Mitte Mai in der Sonderausstellung Mannsbilder: Too hot to Handel? Männer-Entwürfe und - Darstellungen der Zeit Händels sowie der Gegenwart und jüngeren Vergangenheit gegenüber, um die Wandelbarkeit des Begriffs Männlichkeit erfahrbar zu machen. In der Verknüpfung von historischer Distanz und gegenwärtiger Relevanz, kritischer Reflexion und spielerischem Erproben möchte die Ausstellung Zugänge bieten, dieberühren,überraschen und zum Nachdenken anregen.

Vollständiges Programm unter: haendelhaus.de

Tabu Wagner? Jüdische Perspektiven

Sonderausstellung vom 6. März 2026 bis 17. Januar 2027, Wagner-Stätten Graupa

Von konsequenter Ablehenung bis hin zu hingebungsvoller Verehrung: Rihard Wagner ist der wohl umstrittenste Komponist des 19. Jahrhunderts. Ein wichtiger Grund dafür ist sein Antisemitismus.

Kaum ein Thema ist so gut erforscht, wie sein Verhältnis zum Judentum. In der derzeitigen Sonderausstellung wird sein Antisemitismus aus einem neuen Blickwinkel betrachtet: Wie wirkte und wirkt Wagner auf Jüdinnen und Juden? Wie gingen und gehen diese mit seiner Judenfeindlichkeit um? Ist sein Werk deshalb ein Tabu?

Diesen Fragen widmen sich die Richard-Wagner-Stätten Graupa und das Richard Wagner Museum Luzern. Ziel der Ausstellung ist es, jüdische Positionen aus fast 200 Jahren sichtbar zu machen - und dabei die Vielschichtigkeit des ambivalenten Themas aufzuzeigen.

Die Ausstellungstexte sowie der Katalog sind auf Deutsch und Englisch.

Öffnungszeiten:

Montag, und Mittwoch bis Freitag 11 - 17 Uhr

Samstag / Sonntag: 10 - 17 Uhr

 

 

Beziehungsweisen. Beethoven und die Familie Brentano

Sonderausstellung im Beethoven-Haus Bonn, 15. April bis 27. Juli 2026

 

Ludwig van Beethovens und die weit verzweigte Familie Brentano sind über unterschiedliche Berührungspunkte und Geschichten miteinander verbunden. Ihre Beziehungen eröffnen jeweils neue Perspektiven auf den Komponisten. Sie zeigen ihn als inspirierende Künstlerpersönlichkeit zwischen Klassik und Romantik, aber auch als Menschen, der Freundschaften pfleget und das Familienleben schätzte.
 
Die Ausstellung wurde in Kooperation mit dem Freien Deutschen Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum erarbeitet und ist vom 15. April bis zum 27. Juli 2026 in Bonn zu sehen. In Beethovens 200. Todesjahr 2027 wird sie in abgewandelter Form vom 29. Januar bis 18. April im Deutschen Romantik-Museum in Frankfurt gezeigt, dessen Träger das Hochstift ist. Gefördert wurde die Ausstellung durch den Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute (ASKI).
 
"Eine Ausstellung über die facettenreiche Beziehung der Brentanos zu Beethoven war schon lange ien Herzenswunsch. Ich freue mich sehr, dass das nun gelungen ist und wir hochkarätige Exponate aus beiden Sammlungen zeigen können – aus unserer eigenen und aus der wunderbaren Frankfurter Sammlung", sagt Museumsleiterin Nicole Kämpken, die die Ausstelllung kuratiert hat.

Öffnungszeiten des Beethoven-Hauses:

Mittwoch bis Montag 10 - 18 Uhr

 

 

Germany possesses musical traditions and legacies of extraordinary value: Handel, Schuetz and Bach, Beethoven, Mendelssohn, Schumann, Brahms, and Wagner - to mention only a few names - are composers who are known and treasured throughout the world. Their work has played a significant role in shaping a unique musical landscape.

Numerous orchestras, choruses, ensembles, renowned music festivals and series, music houses with museums, public archives and libraries, but also private collections preserve their musical heritage.

It is necessary to revitalize this inestimable fund again and again and to develop it for the present. At the same time, an important role befits the houses combined in the consortium of music museums of Germany. In them we encounter the work of the musicians and composers who have extraordinarily enriched the cultural nation of Germany. However, beyond the individual portrait, beyond the procurement of individual oeuvres, the music museums also contribute overall to the maintenance of musical tradition. The present brochure underscores this aspect of the synoptic presentation and invites the reader on a journey into the musical history of Germany. I hope this tour guide will be actively used and receive a large response.

Bernd Neumann, Member of the Lower House of the German Parliament
Minister of State with the Federal Chancellor
Commissioner of the Federal Government for Culture and Media

Quoted from: Foreword to the brochure "Music Museums in Germany", 2007.