Woher weiß man, wann Bach seine Werke komponierte? Wie findet man verschollene oder unbekannte Werke? Und wie haben Bach-Forschende aus Ost und West in Zeiten des Kalten Krieges zusammengearbeitet?
Seit 75 Jahren werden am Bach-Archiv Leipzig die Werke Johann Sebastian Bachs und seiner Familie systematisch gesammelt und erforscht. Die Jubiläums-Ausstellung führt in die packende Welt der Bach-Forschung ein: von der ungewöhnlichen Erfolgsgeschichte der Neuen Bach-Ausgabe, die am Bach-Archiv Leipzig (DDR) und am Johann-Sebastian-Bach-Institut Göttingen (BRD) gemeinsam erarbeitet wurde, über die wegweisenden Methoden der Papier- und Schreiberuntersuchungen bis hin zum Einsatz Künstlicher Intelligenz in der aktuellen Forschung.
Zu den Exponaten zählen kostbare Notenhandschriften Johann Sebastian Bachs und seiner Söhne sowie ein originelles Lochkartensystem zur Bestimmung von Schreibern. Zahlreiche Klangbeispiele, interaktive Elemente und Medienstationen laden zum Vertiefen und Experimentieren ein.
Öffnungszeiten des Bach-Museums Leipzig:
Dienstag - Sonntag sowie an Feiertagen 10 bis 18 Uhr
Eine Kabinettausstellung im Richard Wagner Museum beleuchtet ab 9. Dezember 2025 diese kurze Zeitspanne, in der im Festspielhaus ganz andere „Fest-Spiele“ gegeben wurden, während im Hintergrund auf den Trümmern des Dritten Reichs um Gestalt und Leitung künftiger Richard Wagner Festspiele gerungen wurde.
Für die Überlassung von Leihgaben und Abbildungsvorlagen dankt das Richard Wagner Museum dem Stadtarchiv und dem Historischen Museum Bayreuth.
Von konsequenter Ablehenung bis hin zu hingebungsvoller Verehrung: Rihard Wagner ist der wohl umstrittenste Komponist des 19. Jahrhunderts. Ein wichtiger Grund dafür ist sein Antisemitismus.
Kaum ein Thema ist so gut erforscht, wie sein Verhältnis zum Judentum. In der derzeitigen Sonderausstellung wird sein Antisemitismus aus einem neuen Blickwinkel betrachtet: Wie wirkte und wirkt Wagner auf Jüdinnen und Juden? Wie gingen und gehen diese mit seiner Judenfeindlichkeit um? Ist sein Werk deshalb ein Tabu?
Diesen Fragen widmen sich die Richard-Wagner-Stätten Graupa und das Richard Wagner Museum Luzern. Ziel der Ausstellung ist es, jüdische Positionen aus fast 200 Jahren sichtbar zu machen - und dabei die Vielschichtigkeit des ambivalenten Themas aufzuzeigen.
Die Ausstellungstexte sowie der Katalog sind auf Deutsch und Englisch.
Öffnungszeiten:
Montag, und Mittwoch bis Freitag 11 - 17 Uhr
Samstag / Sonntag: 10 - 17 Uhr
Wer war die Frau an der Seite von Felix Mendelssohn Bartholdy?
Lange hat sich der Komponist mit der Wahl einer Partnerin Zeit gelassen. Als er im Jahr 1835 die Stelle des Gewandhauskapellmeisters in Leipzig antrat, gehörte Mendelssohn noch zu den Junggesellen. Seine Geschwister waren bereits alle verheiratet. Seine Mutter sorgte sich, dass aus ihrem Sohn ein Hagestolz werden könnte. „Ich fürchte, Felix wird bei seiner Mäkelei ebenso wenig einen Operntext als eine Frau bekommen“, resümierte ein enger Freund. Während des Sommers 1836 aber lernte Mendelssohn in Frankfurt am Main mit Cécile Jeanrenaud eine junge Frau kennen, die ihn in ihren Bann schlug. „Ich bin so entsetzlich verliebt, wie noch niemals in meinem Leben“, gestand er seiner Schwester Rebecka. Im September 1836 machte er den Heiratsantrag und im März 1837 fand die Hochzeit statt.
Über die Frau, die den Lebensweg Felix Mendelssohn Bartholdys zehn Jahre begleitete, ihn unterstützte, die fünf Kinder gebar und offenbar das perfekte familiäre und gesellschaftliche Umfeld für den Komponisten, Stardirigenten und Klaviervirtuosen schuf, finden sich in der Literatur nur wenige Informationen. Die einschlägigen Mendelssohn-Biografien vermitteln das Bild von einer durchschnittlich musikalischen, durchschnittlich intelligenten Frau, die sich vor allem durch ihr sanftes Gemüt und ihre außergewöhnliche Schönheit ausgezeichnet hat. Grund genug, all dies zu hinterfragen und herauszufinden, wer diese Frau wirklich war.
Gefördert durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkasse Leipzig
Gartenhaus des Mendelssohn-Hauses Leipzig
täglich geöffnet von 10-18 Uhr, Eintritt frei
Germany possesses musical traditions and legacies of extraordinary value: Handel, Schuetz and Bach, Beethoven, Mendelssohn, Schumann, Brahms, and Wagner - to mention only a few names - are composers who are known and treasured throughout the world. Their work has played a significant role in shaping a unique musical landscape.
Numerous orchestras, choruses, ensembles, renowned music festivals and series, music houses with museums, public archives and libraries, but also private collections preserve their musical heritage.
It is necessary to revitalize this inestimable fund again and again and to develop it for the present. At the same time, an important role befits the houses combined in the consortium of music museums of Germany. In them we encounter the work of the musicians and composers who have extraordinarily enriched the cultural nation of Germany. However, beyond the individual portrait, beyond the procurement of individual oeuvres, the music museums also contribute overall to the maintenance of musical tradition. The present brochure underscores this aspect of the synoptic presentation and invites the reader on a journey into the musical history of Germany. I hope this tour guide will be actively used and receive a large response.
Bernd Neumann, Member of the Lower House of the German Parliament
Minister of State with the Federal Chancellor
Commissioner of the Federal Government for Culture and Media
Quoted from: Foreword to the brochure "Music Museums in Germany", 2007.