TACHELES. Jewish Tunes der Leipziger Romantiker

Con Spirito. DAs Leipziger Kammermusikfestival 12. - 20. September 2026

Wie klingen sie, die jüdischen Einflüsse in der Musik? Anlässlich des Themenjahres „Tacheles – Jüdische Kultur in Sachsen“ spürt CON SPIRITO vom 12. bis 20. September 2026 den „Jewish Tunes der Leipziger Romantiker“ nach. In Leipzigs Salons und Wirkungsstätten von Mendelssohn, Bach, den Schumanns, Grieg und Wagner musizieren Stars der internationalen Kammermusikszene wie Thorsten Johanns (Klarinette), Antje Weithaas und Tobias Felmann (Violine), Oliver Triendl (Klavier), der künstlerische Leiter des Festivals Peter Bruns und Yibai Chen (Violoncello), die Amsterdam Klezmer Band sowie weitere hochkarätige Künstlerinnen und Künstler. 

In der sechsten Festivalsaison von CON SPIRITO, organisiert vom Schumann-Verein Leipzig e. V., werden Freundschaften zwischen den Schumanns und den Mendelssohns, zu Joseph Joachim, Giacomo Meyerbeer, Heinrich Heine, Ferdinand Hiller und Ferdinand David hörbar. Auch Richard Wagner rückt mit seiner jugendlichen Schwärmerei für Felix Mendelssohn Bartholdy und Giacomo Meyerbeer ins Blickfeld, die später ins Gegenteil umschlug. 

Informationen und Tickets unter: conspiritoleipzig.de

Spielorte: Leipzigs Europäischen Kulturerbestätte: Alte Nikolaischule, Bach-Museum, Gewandhaus, Grieg-Begegnungsstätte, Hochschule für Musik und Theater Leipzig Felix Mendelssohn Bartholdy, Mendelssohn-Haus, Schumann-Haus, Thomaskirche

 

"50/150 – Utopie und Echo"

Jubiläumsprogramm aus Anlass von 150 Jahren Bayreuther Festspiele und 50 Jahren Richard-Wagner-Museum

Vor 150 Jahren fand mit der Uraufführung von Richard Wagners Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend "Der Ring des Nibelungen" im eigens dafür und ausschließlich für das eigene Werk in Bayreuth errichtete Festspielhaus die "erste Weltumsegelung im Reiche der Kunst" statt, wie Friedrich Nietzsche – damals noch sehr enthusiastisch – schrieb. Und anlässlich des Zentenariums der Bayreuther Festspiele im Jahr 1976 wurde vor genau 50 Jahren das Richard-Wagner-Museum in Wahnfried eröffnet.
 
Diese Doppeljubiläum, das als zeitenüberdauerndes Echo auf die ästhetische Utopie Richard Wagners verstanden werden kann, möchten wir im Übertitel unserer Angebote in diesem besonderen Jahr fassen: 50/150 - Utopie und Echo. Das Museum also gleichsam als das die 150 Jahre Bayreuther Festspiele reflektierende Drittel. 150 Jahre Theatergeschichte, in denen sich zugleich 150 Jahre deutscher Geschichte in allen Höhen und Tiefen wie in einem Brennglas bündeln.
 
Mit zahlreichen und vielfältigen Veranstaltungen soll in diesem Jubiläumsjahr der Strahl der Zeitläufte wie durch ein Prisma in seinen verschiedenen Farben zu einem Gesamtkunstwerk anderer Art aufgefächert werden.
 
Überblick zu sämtlichen Veranstaltungen: www.wagnermuseum.de
 

Tabu Wagner? Jüdische Perspektiven

Sonderausstellung vom 6. März 2026 bis 17. Januar 2027, Wagner-Stätten Graupa

Von konsequenter Ablehenung bis hin zu hingebungsvoller Verehrung: Rihard Wagner ist der wohl umstrittenste Komponist des 19. Jahrhunderts. Ein wichtiger Grund dafür ist sein Antisemitismus.

Kaum ein Thema ist so gut erforscht, wie sein Verhältnis zum Judentum. In der derzeitigen Sonderausstellung wird sein Antisemitismus aus einem neuen Blickwinkel betrachtet: Wie wirkte und wirkt Wagner auf Jüdinnen und Juden? Wie gingen und gehen diese mit seiner Judenfeindlichkeit um? Ist sein Werk deshalb ein Tabu?

Diesen Fragen widmen sich die Richard-Wagner-Stätten Graupa und das Richard Wagner Museum Luzern. Ziel der Ausstellung ist es, jüdische Positionen aus fast 200 Jahren sichtbar zu machen - und dabei die Vielschichtigkeit des ambivalenten Themas aufzuzeigen.

Die Ausstellungstexte sowie der Katalog sind auf Deutsch und Englisch.

Öffnungszeiten:

Montag, und Mittwoch bis Freitag 11 - 17 Uhr

Samstag / Sonntag: 10 - 17 Uhr

 

Die unbekannte Schöne

Kabinettausstellung im Mendelssohn-Haus Leipzig

Wer war die Frau an der Seite von Felix Mendelssohn Bartholdy?

Lange hat sich der Komponist mit der Wahl einer Partnerin Zeit gelassen. Als er im Jahr 1835 die Stelle des Gewandhauskapellmeisters in Leipzig antrat, gehörte Mendelssohn noch zu den Junggesellen. Seine Geschwister waren bereits alle verheiratet. Seine Mutter sorgte sich, dass aus ihrem Sohn ein Hagestolz werden könnte. „Ich fürchte, Felix wird bei seiner Mäkelei ebenso wenig einen Operntext als eine Frau bekommen“, resümierte ein enger Freund. Während des Sommers 1836 aber lernte Mendelssohn in Frankfurt am Main mit Cécile Jeanrenaud eine junge Frau kennen, die ihn in ihren Bann schlug. „Ich bin so entsetzlich verliebt, wie noch niemals in meinem Leben“, gestand er seiner Schwester Rebecka. Im September 1836 machte er den Heiratsantrag und im März 1837 fand die Hochzeit statt.

Über die Frau, die den Lebensweg Felix Mendelssohn Bartholdys zehn Jahre begleitete, ihn unterstützte, die fünf Kinder gebar und offenbar das perfekte familiäre und gesellschaftliche Umfeld für den Komponisten, Stardirigenten und Klaviervirtuosen schuf, finden sich in der Literatur nur wenige Informationen. Die einschlägigen Mendelssohn-Biografien vermitteln das Bild von einer durchschnittlich musikalischen, durchschnittlich intelligenten Frau, die sich vor allem durch ihr sanftes Gemüt und ihre außergewöhnliche Schönheit ausgezeichnet hat. Grund genug, all dies zu hinterfragen und herauszufinden, wer diese Frau wirklich war.

Gefördert durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkasse Leipzig

Gartenhaus des Mendelssohn-Hauses Leipzig

täglich geöffnet von 10-18 Uhr, Eintritt frei

Deutschland verfügt über musikalische Traditionen und Nachlässe von außerordentlichem Wert: Händel, Schütz und Bach, Beethoven, Mendelssohn, Schumann, Brahms und Wagner sind - um nur einige Namen zu nennen - weltweit bekannte und geschätzte Komponisten. Ihr Wirken hat eine einzigartige Musiklandschaft wesentlich mitgeformt.

Zahlreiche Orchester, Chöre und Ensembles, renommierte Musikfestivals und -reihen, Musikerhäuser mit Museen, öffentliche Archive und Bibliotheken, aber auch private Sammlungen bewahren ihr musikalisches Erbe.

Diesen unschätzbaren Fundus gilt es immer wieder neu zu beleben und für die Gegenwart zu erschließen. Den in der Arbeitsgemeinschaft Musikermuseen Deutschlands zuusammengeschlossenen Häusern kommt dabei eine wichtige Rolle zu. In ihnen begegnen wir dem Werk von Musikern und Komponisten, die die Kulturnation Deutschland außerordentlich bereichert haben. Über das individuelle Portrait, über die Vermittlung des einzelnen Œuvres hinaus tragen die Musikermuseen aber auch zur Pflege musikalischer Tradition insgesamt bei. Die vorliegende Broschüre unterstreicht diesen Aspekt der Zusammenschau, und sie lädt zu einer Reise in die Musikgeschichte Deutschlands ein. Ich wünsche diesem Reiseführer regen Gebrauch und eine große Resonanz.

Bernd Neumann, MdB
Staatsminister bei der Bundeskanzlerin
Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

Zitat: Vorwort zur Broschüre der Arbeitsgemeinschaft "Musikermuseen in Deutschland", 2007.