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BACH in Arnstadt

Schlossmuseum Arnstadt
Schlossplatz 1
99310 Arnstadt

Informationen und Führungsanmeldungen
in der Touristinformation:
Telefon +49.3628.602932
Fax +49.3628.661847

Web: www.kulturbetrieb.arnstadt.de
E-Mail: schlossmuseum@kulturbetrieb.arnstadt.de

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag 9.30–16.30 Uhr

Die Ausstellung „Bach in Arnstadt“ ermöglicht Einblicke in das Leben und Schaffen Johann Sebastians Bachs, anderer Angehöriger der Familie Bach und in Ereignisse der Geschichte Arnstadts. Bereits vor Johann Sebastian wirkten Mitglieder seiner Familie als Organisten, Stadtpfeifer und Hofmusiker in Arnstadt. Als Johann Sebastian Bach von 1703 bis 1707 hier seine erste Organistenstelle inne hatte, erlebte die Stadt unter der Regierung des Fürsten Anton Günther II. eine wahre Blütezeit des geistig-kulturellen und wissenschaftlichen Lebens.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der junge Bach. Bedeutendstes Exponat ist der Spieltisch der Wender-Orgel von 1703. 1699 wurde der Mühlhäuser Orgelbauer Johann Friedrich Wender mit dem Neubau einer Orgel für die „Neue Kirche“ beauftragt. Aufgrund seiner bereits guten Fachkenntnisse im Orgelbau lud man den 18-jährigen Bach zur Abnahme der Orgel ein. Seine geniale Veranlagung als Musiker wurde nach dem Prüfungsspiel anerkannt, indem keine weiteren Bewerber zur Probe geladen wurden. Er erhielt die Zusage für die Organistenstelle.

Über Bachs Unstimmigkeiten mit der Kirchenbehörde, seine Reise nach Lübeck, seine Musik für Arnstadt, die Trauung mit seiner ersten Frau Maria Barbara und seinen Weggang nach Mühlhausen erfährt der Besucher Interessantes anhand von Faksimiles und Klappbüchern. Außerdem wird auf die 300-jährige Geschichte der Neuen Kirche und ihrer Orgeln sowie auf die Bachrezeption in Arnstadt verwiesen. Mit Hilfe eines Orgelcomputers lassen sich Aufbau und Funktion dieses gewaltigen Instruments anschaulich nachvollziehen. Außerdem bieten Hörstationen dem Besucher die Möglichkeit, Bach`sche Musik über Kopfhörer zu erleben.

Seit dem 21. März 1935 gibt es in Arnstadt eine Bachgedenkstätte. Im Laufe der Jahrzehnte mehrfach überarbeitet, erweitert und umgezogen ist die am 19. Dezember 2009 im Schlossmuseum eröffnete Ausstellung die größte und umfangreichste.

Deutschland verfügt über musikalische Traditionen und Nachlässe von außerordentlichem Wert: Händel, Schütz und Bach, Beethoven, Mendelssohn, Schumann, Brahms und Wagner sind - um nur einige Namen zu nennen - weltweit bekannte und geschätzte Komponisten. Ihr Wirken hat eine einzigartige Musiklandschaft wesentlich mitgeformt.

Zahlreiche Orchester, Chöre und Ensembles, renommierte Musikfestivals und -reihen, Musikerhäuser mit Museen, öffentliche Archive und Bibliotheken, aber auch private Sammlungen bewahren ihr musikalisches Erbe.

Diesen unschätzbaren Fundus gilt es immer wieder neu zu beleben und für die Gegenwart zu erschließen. Den in der Arbeitsgemeinschaft Musikermuseen Deutschlands zuusammengeschlossenen Häusern kommt dabei eine wichtige Rolle zu. In ihnen begegnen wir dem Werk von Musikern und Komponisten, die die Kulturnation Deutschland außerordentlich bereichert haben. Über das individuelle Portrait, über die Vermittlung des einzelnen Œuvres hinaus tragen die Musikermuseen aber auch zur Pflege musikalischer Tradition insgesamt bei. Die vorliegende Broschüre unterstreicht diesen Aspekt der Zusammenschau, und sie lädt zu einer Reise in die Musikgeschichte Deutschlands ein. Ich wünsche diesem Reiseführer regen Gebrauch und eine große Resonanz.

Bernd Neumann, MdB
Staatsminister bei der Bundeskanzlerin
Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

Zitat: Vorwort zur Broschüre der Arbeitsgemeinschaft "Musikermuseen in Deutschland", 2007.